Indischer Wunderyogi lebt ohne Nahrung

Ein 83 jähriger Yogi – ein Yogi ist ein spritueller Meister der Yoga, Meditation und religiöse Praktiken ausübt, in Indien werden Yogis magische Kräfte sowie der Kontakt zu Gottheiten nachgesagt – aus Indien lebt angeblich seit Jahren nur von göttlicher Energie und Meditation, seit 70 Jahren hat er nach eigenen Angaben keine Nahrung und kein Wasser mehr zu sich genommen.

Ärzte aus Indien wollen nun den Behauptungen auf den Grund gehen und haben den Yogi gebeten sich für längere Zeit in ein Krankenhaus zu begeben um ihn dort untersuchen zu können. Der 83 jährige Pralad Jani ist nicht das erste Mal Teil einer wissenschaftlichen Untersuchung, im Jahr 2003 war er zehn Tage lang in einem indischen Krankenhaus unter ärztlicher Aufsicht. Er wurde damals 24 Stunden am Tag beobachtet und nahm in den zehn Tagen wirklich kein Wasser und keine Nahrung zu sich, am Ende der Untersuchung war er kerngesund, hatte aber ein bißchen Gewicht verloren.

Der Yogi selbst behauptet im Alter von 8 Jahren von einem indischen Gott gesegnet worden zu sein, seit damals sei seine einzige Energiequelle die Meditation und göttliche Energie. Er erhalte die göttliche Energie vor allem aus einem Loch in seinem Gaumen aus dem „göttlicher Saft“ laufe. Im Rahmen der Untersuchung von 2003 wurde wirklich ein Loch im Gaumen festgestellt aus dem eine Flüssigkeit ausläuft, die Ärzte untersuchten die Flüssigkeit, konnten sie aber nicht zuordnen. Was jedoch stutzig macht, ist die Tatsache, das die behandelnden Ärzte damals keine Testergebnisse veröffentlichten.

Die indische Organisation „Indian Rationalists“ bezeichnete den Yogi wiederholt als Scharlatan, auch seine Gewichtsabnahme innerhalb der zehntägigen Untersuchung von 2003 spreche dafür, das der Yogi sehr wohl Nahrung zu sich nehme, würden seine Behauptungen stimmen, müsste sein Gewicht ja eigentlich konstant bleiben. Anhänger halten dem entgegen, das ein normaler Mensch keine zehn Tage ohne Flüssigkeitsaufnahme überleben könne, was auch gängige wissenschaftliche Meinung ist. Normalerweise überlebt ein Mensch höchstens drei Tage ohne Nahrung, lediglich unter gewissen Umweltbedingungen (extrem feuchte Umgebung, hoher Wasseranteil in der Atemluft) könne man eventuell ein paar Tage länger überleben. Doch selbst dann ist es so gut wie unmöglich zehn Tage zu überleben.

Was vorstellbar ist, ist das der Yogi tatsächlich durch jahrelange Askese und Meditation seinen Nahrungs- und Flüssigkeitsbedarf extrem runtergeschraubt hat und daher die zehn Tage der Untersuchung nahezu unbeschadet überstanden hat. Außerdem ist es bekannt, das selbsternannte Yogimeister, Schlangenbeschwörer – in indischen Städten gibt es sogar schon Schlangenbeschwörer die junge und noch relativ kleine Schlangen in Handytaschen aufbewahren und diese daraus tanzen lassen – und dergleichen in Indien seit Jahrhunderten Teil der Kultur sind, wissenschaftliche Untersuchungen brachten jedoch schon oft die Tricks von schwebenden Yogis oder Schlangenbeschwörern ans Tageslicht. Den Anhängern des Yogimeisters ist das egal, sein Konterfei ziert Poster, religiöse Bilder oder gar Visitenkartenkalender.

Leave a Reply